Innere und äussere Feinde
Was in Deutschland und auch in der Schweiz in punkto Verteidigungsstrategie veröffentlicht wird, ist zunehmend beängstigend. Immer mehr wird klar, dass sowohl Deutschland wie auch die Schweiz “kriegstüchtig” werden sollen.
Den "Feind" definiert das VBS (Schweizer Verteidigungsdepartement) in schöner Einhelligkeit mit der NATO. Er ist nicht etwa im Westen, sondern, wie seit jeher, in Russland zu suchen.
Der Krieg muss in den Köpfen anfangen: Das deutsche Verteidigungsministerium schreibt darüber: “Die Bundeswehr muss die Informationsüberlegenheit gewinnen und sie dem Gegner verwehren. Offensive und defensive Fähigkeiten müssen in allen Dimensionen ausgebaut werden. Dies betrifft insbesondere die Dimensionen Weltraum sowie Cyber- und Informationsraum. … Der Einsatz Künstlicher Intelligenz ist zudem zwingend, um Massendaten und große Komplexität für die militärische Entscheidungsfindung beherrschbar zu machen. Die Verlässlichkeit und Integrität der Daten und Datenverarbeitung sind vital. Zur unverzüglichen Maximierung der Verteidigungsfähigkeit werden Aufgaben und Strukturen einer Friedensarmee aufgegeben.
Ziel Deutschlands: Stärkste konventionelle Armee Europas bis 2039
Bundesministerium der Verteidigung
Das hatten wir doch schon einmal. Man kann sagen, das gibt ein schönes 100 jähriges Jubiläum. Es ist absurd. Dabei bleibt die Bedrohungslage völlig diffus. Ohne jede Beweiskraft wird behauptet, Russland bereite sich auf einen grossen Krieg gegen Europa vor, um russische Grossmachtphantasien umzusetzen. Russland wolle alle Satellitenstaaten der ehemaligen UDSSR wieder zurück gewinnen. Dies, obwohl zur gleichen Zeit davon ausgegangen wird, Russland könne nicht einmal die Ukraine schlagen. Dazu will Deutschland seinen Verteidigungsetat auf das 3-4 vierfache des Russischen vermehren, auf über 240 Mio. Euro.
Sevim Dagdelen, Politikerin BSW, die kürzlich einen Vortrag in Basel gehalten hat zu dem Thema, kommentiert das nur noch als “Wahnsinn”:
Schweiz in Zensurvorbereitung
Laut dem geschwärzten (!) Grundlagenpapier Informationsraum will der Bundesrat, bzw. die Schweizer Armee, unterdessen den Aufbau gesellschaftlicher Resilienz im Informationsraum fördern. Das Dokument geht davon aus, dass moderne Bedrohungen zunehmend über Beeinflussung, Desinformation, soziale Medien und psychologische Wirkmechanismen wirken. Dazu beschäftigt das VBS unter anderem über 100 Kommunikationsbeauftragte. Was nett klingt ist nur ein anderer Ausdruck für die Vorbereitung der Bevölkerung auf Kriegsbereitschaft und Abwehrreflexe gegen alles, was nicht dem staatlichen Narrativ entspricht. Und dieses wird in Einhelligkeit mit der NATO definiert.
Das Dokument beschreibt ausführlich, wie Menschen Informationen verarbeiten und welche psychologischen Mechanismen ausgenutzt werden können, beispielsweise Emotionen, kognitive Abkürzungen, soziale Zugehörigkeit oder Autoritätsgläubigkeit. Ein Kernauftrag besteht im Beobachten und Analysieren des sogenannten Informationsraums. Staatliche Stellen sollen Desinformation, koordinierte Einflussoperationen und andere Beeinflussungsaktivitäten frühzeitig identifizieren. Dadurch sollen Behörden rechtzeitig reagieren und die Öffentlichkeit informieren können. Dazu soll der Informationsraum automatisch auf all diejenigen Informationen überprüft und gescannt werden, die das eigene Narrativ in Frage stellen könnten: “automatische Detektion von als unfreundlich klassifizierten Aktivitäten im Informationsraum” ist das Stichwort, das auch in Deutschland genannt wird. Dazu muss man wissen, dass selbstverständlich vor dem Krieg und im Krieg immer zensiert wird. Auch in der Schweiz. Die neue Dimension ist aber, dass dies automatisiert von der KI im Internet und nicht mehr bei der Briefpost durchgeführt wird. Das Absurde daran ist, dass die Grenzen von Krieg und Frieden immer mehr verwischt werden. Es wird einfach behauptet, die Schweiz sei bedroht. Genau wie in der Coronazeit. Damit wird den Leuten ohne jeden Beweis oder irgend eine Evidenz Angst gemacht.
Nächste Veranstaltungen:
«Das neue Gesundheitswesen- ein lebendiger Organismus»
Istvan Hunter erforscht die gegenwärtigen politischen und sozialen Entwicklungen unter dem Gesichtspunkt der Sozialen Dreigliederung nach Rudolf Steiner und entdeckt Lösungen. 17. Juni 2026, Marktsrasse 5a, 6060 Sarnen
Am Puls der Gesundheitspolitik: Vortrag und Podiumsgespräch
Prof. Dr. Konstantin Beck, Philipp Kruse, Moderation: Dr. Philipp Gut, Nicole Burger, Staatsanwältin und Grossrätin Kt. AG, 18. Juni 26, Kloster Muri, Anmeldung
Geld- und Geopolitik im Zeitgeschehen
Vorträge und Gespräch mit Béla Szoradi, 25. Juni 2026, 19:00, Dornach
Politiktalk in Zürich
Wir sprechen über tagesaktuelle politische Zusammenhänge, Abstimmungen und eine Lösung aus Sicht der Dreigliederung, mit Istvan Hunter, 6. Juli 2026, 18:30 – 20:30 Uhr, Zürich, monatlich – Röslistrasse 2

