Gesundheits- und andere “Systeme”
Um Dreigliederung zu verstehen ist es hilfreich zwei Dinge zu wissen.
Das erste ist: Man kann in der Gesellschaft “organisch”, d.h natürlicherweise, drei Gebiete voneinander unterscheiden. Die Unterscheidung dieser drei Gebiete erfolgt empirisch, d.h man kann “sehen”, dass es drei verschiedenen Gebiete sind. Man muss es weder glauben noch bloss hypothetisch annehmen, man kann es hinterfragen und dann kann man es sehen. Das ist deshalb von Bedeutung, weil immer wieder Menschen denken, die Dreigliederung sei eine Ideologie, oder eine Erfindung R. Steiners. Das ist nicht der Fall. Dreigliederung bedeutet: Wir unterscheiden drei verschiedene Gebiete, weil wir drei verschiedene Gebiete beobachten können. Ganz einfach.
Wir möchten nun verstehen, was Dreigliederung ist, und ausserdem, warum die Dreigliederung ein innerer Kompass sein soll, für unsere politischen, wirtschaftlichen, und sozialen Entwicklungen. Mit anderen Worten: Warum macht das Leben mit Dreigliederung “Sinn”?
Das zweite ist, dass man ein positives Menschenbild haben sollte. Wir müssen dazu verstehen, dass der Mensch das Licht der Welt ist. Gerade jetzt, wo es draussen in der Natur immer finsterer wird, ist es wichtig zu wissen, dass der Mensch das Licht ist. Deshalb muss das Licht durch den Menschen selbst in die Welt kommen. Denn es geht ja um uns. Und wie wir uns selbst sehen entscheidet massgeblich darüber, ob es uns gut oder schlecht geht, und ob wir Gutes oder Schlechtes tun. Abhängig von unserem Menschenbild stellen wir uns nämlich vollkommen anders in die Welt. Somit hängt vieles davon ab, was wir für ein Menschen- und damit Selbstbild haben.
Wir können uns also klarmachen: Der Mensch ist das Licht der Welt. Er ist deshalb dazu da, sich, und damit die Welt, weiter und weiter zu entwickeln. Dadurch soll er freier und immer selbständiger werden. Dies ist auch für unsre Kinder essentiell wichtig. Denn sie richten sich nach uns. Nun können wir uns immer weiter entwickeln, wenn wir uns, vereinfacht gesagt, nach dem Guten, Wahren und Schönen richten. In der Welt draussen und in uns. Wenn wir das tun, werden andere Menschen auch sehen was wir machen und sie werden sich mit uns verbinden. Zugleich lernen wir dadurch immer mehr das Licht wahrzunehmen. Überall, wo es dagegen an Licht fehlt, wächst die Finsternis. Je weniger Licht, je weniger Menschlichkeit, je mehr Finsternis.
Wenn also der Mensch dazu da ist, sich immer freier und unabhängiger zu machen, dann muss die Gesellschaft in der wir leben und damit auch die Wirtschaft, die Schulen und der Rechtsstaat, so eingerichtet werden, dass wir das auch können. Wir sollten nicht nur freier werden von allen gesellschaftlichen Beschränkungen und Bevormundungen, wir sollen auch immer eigenständiger werden. Dadurch werden wir zugleich kreativer. Die Frage ist demnach: Wie kann der Mensch eine Wirtschaft, ein Geistesleben (Schulen) und einen Staat organisieren, so, dass er immer freier und kreativer werden kann? Denn der Einzelne muss den Kollektivismus der Systeme mehr und mehr überwinden und sich befreien.
Und das ist die Aufgabe der Dreigliederung. Die Dreigliederung soll zeigen, wie der Einzelne sich durch die Organisation seines eigenen Wirtschafts- Geistes- und Rechtslebens gesamtgesellschaftlich freier und freier machen kann. Was bedeutet das nun an einem konkreten Beispiel? Wir können dazu ein Beispiel aus der Medizin machen (sie gehört zum Geistesleben der Menschen). Dann machen wir ein Beispiel aus der Politik (Rechtsleben) und eins aus der Bildung:
Dazu nehmen wir die Coronapandemie. Sie ist ein gutes Beispiel, da an ihm viele Menschen aufwachen können. Anhand von Corona wurde vielen Menschen klar, dass das System der Medizin, in dem wir leben, als solches dysfunktional ist, nicht funktioniert. Auch wenn viele die Analyse zu wenig weit geführt haben, und teilweise auch zu den falschen Resultaten gekommen sind. Ich denke wir sind uns einig, dass diese “Pandemie” auf politischem, medizinischem aber vor allem auch auf medialem Versagen beruhte. Und wenn wir uns danach fragen, was war der Kern des Problems? Dann kommen wir darauf, dass die Medizin (als soziale und als Natur-Wissenschaft) korrumpiert wurde durch den Staat und dieser wiederum durch gewisse Lobbyinteressen der Grossindustrie und internationale Verflechtungen. Also im Kern einer Durchmischung von Interessen, die eigentlich getrennt sein sollten. Finanzielle Interessen mischten sich mit politischen, wirtschaftlichen und medizinischen.
Wenn wir das nun mit der Dreigliederung betrachten, können wir ganz genau sagen, was das Problem ist: Das Geistesleben (Medizin) das Rechtsleben (Staat) und das Wirtschaftsleben (Pharmaindustrie) werden nicht getrennt. Also als unterschiedliche Bereiche mit unterschiedlichen Interessen und Berechtigungen wahrgenommen. Stattdessen werden sie zu einem Einheitsbrei vermischt und der eine Bereich korrumpiert den anderen. Damit kennen wir das Problem und auch fast schon die Lösung. Eine Lösung kann dann entstehen, wenn die gegenwärtige Durchmischung von Interessen und Aufgaben dieser Bereiche aufhört, bzw. schrittweise reduziert wird.
Medizin muss etwas sein, was vollkommen unabhängig vom Staat existiert. Sie hat weder durch den Staat mitfinanziert zu werden, noch hat der Staat reinzureden, was für Therapien, Ärzte, Versicherungssysteme und Leistungen erbracht werden können. Die Pharmaindustrie ihrerseits hat wiederum keinerlei Lobbying dafür zu betreiben, welche Medikamente zugelassen werden, oder welche Preise dafür zu gelten haben. Denn das ist weder im Interesse des Staates noch des Bürgers. Im Gegenteil, es korrumpiert den Staat und den Bürger.
Wir sehen an diesem Beispiel, dass eine Lösung erst dann möglich wird, wenn mehr Menschen verstehen, dass man Dinge, die sich gegenseitig korrumpieren nicht vermischen darf. Denn da der Staat nicht wissen kann, was medizinisch zu geschehen hat, kann er auch in Bezug auf die Medizin weder die richtigen Regulierungen treffen, noch die richtigen Entscheidungen treffen. Er bleibt immer auf die entsprechenden Lobbys von Pharma- Versicherungs- und Ärztelobby angewiesen. Und sobald er auf diese hört, korrumpieren sie ihn. Das ist die Analyse, die auch die Bürgerrechtsbewegung zu machen hat, wenn sie eine Lösung für das Problem will. Und nicht bloss: “Wie schaffen wir das nächste Referendum oder die nächste Volksinitiative, die dann die Probleme löst?”. Sie werden die Probleme nicht lösen, weil das Problem nicht innerhalb des bestehenden, (korrumpierten) Systems gelöst werden kann. Referenden kann und soll man deshalb trotzdem machen. Die Zukunft hängt aber von der richtigen Analyse ab und nicht bloss vom nächsten Referendum.
Nun wollen wir einen genaueren Blick auf den heutigen Arzt werfen und wie dieser mit den Problemen in der Coronapandemie konfrontiert war.
Der Arzt muss, wie jeder Fachmann, fähig sein, unabhängig von äusseren Autoritäten und Hierarchien die besten Entscheidungen für eine Therapie seines Patienten zu treffen. Folglich müssen wir uns die Frage stellen, ob das heutige System dem Arzt diese Möglichkeit erlaubt, und wenn nein, wieso nicht? Dazu gehört auch das Menschenbild des Arztes. Denn wenn der Arzt über ein Menschenbild verfügt, dass den Menschen nicht korrekt wiedergibt, kann er ihn auch nicht korrekt behandeln. Ärzte haben in der Schweiz und den meisten anderen Ländern ein bestimmtes Studium zu durchlaufen. Sie lernen in diesem Studium bestimmte Menschenbilder. Auch wenn sie offiziell ein rein wissenschaftliches Menschenbild lernen, ist klar, wenn man genauer hinschaut, dass auch dieses Menschenbild auf gewissen Prämissen beruht. Diese Prämissen sind meistens materialistischer Natur. Das heisst, die Ärzte lernen in irgend einer Form immer: Der Mensch besteht aus Atomen, diese wiederum initiieren biochemische Prozesse, was wiederum Organprozesse bewirkt. Somit besteht ein Mensch in gewisser Weise in der Summe seiner Teile. Es mag von Aussen nicht so aussehen, aber dahinter steht ein materialistisch-biologistisches Menschenbild. Zu diesem Menschen- und Medizinbild trägt die Pharmaindustrie ihrerseits bei, indem sie die Ausbildung beeinflusst, Studien bezahlt, Lehrstühle und gigantische Summen für Werbung ausgibt. Denn wenn die Ärzte lernen, der Mensch solle biochemisch gesteuert werden, dann nützt das der Pharmaindustrie, weil sie die entsprechenden Medikamente bereithält. Genauso ist es in ihrem Sinn, wenn der Staat dazu gebracht werden kann, dass er definiert: Für das Verschreiben von Medikamenten verdient der Arzt mehr, als wenn er lange Gespräche führt.
Dann wird dem Arzt schon in der Ausbildung erklärt, dass das Wissen das er benötigt ständig wachse und dass er, auch wenn er brav alles auswendig lernt, nicht alles wissen kann, was man eigentlich wissen müsste. Je weniger nun der Arzt in der Lage ist, das nötige Wissen zu überschauen, je mehr muss er sich auf Experten (Fachärzte, Guidlines, Studien) verlassen und umso weniger kann er sich auf sein eigenes Urteil berufen. Gleichzeitig wird dem Arzt vermittelt, dass er zu den besten Studenten gehört (Numerus clausus) und, dass er aufgrund seiner Kompetenz als Arzt eigentlich über den Dingen stehen kann. In der Ausbildung muss er dann im Spital im Gehorsam unter der Ärztehierarchie und bei Unterbezahlung häufig 60, 70 Stunden die Woche arbeiten, um dann nach jahrelangem Bemühen endlich durch das Staatsexamen Arzt zu werden. Wer ist es folglich, der ihm nach all dem Studium und der Anstrengung bescheinigt, Arzt zu sein und damit eine Existenz zu verdienen? Der Staat! Der Arzt muss lernen, was der Staat ihm an der Uni vorschreibt, die staatlich finanziert wird und er muss schliesslich die Prüfung absolvieren, die ihm das Kartell der Ärzte abverlangt und erst dann, darf er eine Zulassung als staatlich anerkannter Arzt erhalten. In der Schweiz wird die Ärztequote entsprechend nach Gesichtspunkten gesteuert, die man glaubt beurteilen zu können.
Ist es folglich erstaunlich, dass sich 90% der Ärzte in der Schweiz in der Coronazeit systemkonform verhalten haben? Nein, es ist erstaunlich, dass sich ein paar % nicht systemkonform verhalten haben. Denn der durchschnittliche Arzt wurde in der Coronazeit zwar vielleicht skeptisch, als die wissenschaftliche Faktenlage unklar zu sein schien. Aber spätestens als der Staat verbindlich erklärte, was für das medizinische Fachpersonal zu gelten habe, wurde er auf Linie gebracht. Denn so war er konditioniert: “Ich kann nicht alles wissen, und wenn es aufgrund der unüberschaubaren Wissenslage Zweifel gibt, vertraue ich auf den Staat, der uns Brot und Arbeit gibt. Ausserdem bin ich ja weder Epidemiologe noch Infektiologe.” Sobald Menschen in Unsicherheit versetzt werden, greift der Kollektivismus. Dazu kam, dass es bei Ungehorsam keinen Blumentopf zu gewinnen gab. Man riskierte im Gegenteil, seine ärztliche Approbation zu verlieren.
Wir können uns an diesem Beispiel klarmachen, dass es nicht reicht die Gesetze ein wenig zu ändern. Im Gegenteil: Alles muss anders werden, die gesamte Ärztezulassung, die Ärzteausbildung, die Finanzierung, - alles muss anders werden, wenn dieses System gesunden soll. Der Staat kann die Ärzteausbildung nicht vorschreiben, er kann Bewilligungen nicht erteilen, er kann die Form der Finanzierung nicht festlegen... Ich möchte betonen, dass er es nicht kann. Es ist nicht nur so, dass er es nicht soll, er kann es nicht. Und zwar, weil er in dem bestehenden System an ihn korrumpierende Strukturen gebunden ist, die wir angetönt haben. Deshalb muss die Ärzteausbildung radikal entstaatlicht werden. Das muss verstehen, wer an der Wurzel etwas ändern will. Wer bloss an den Symptomen herumdoktern will, der mag das tun. Er hat allerdings von der Heilung keine Ahnung. Er gleicht dem Arzt, der nur Symptome behandeln will, weil das für ihn lukrativer ist.
Was bringt den Doktor um sein Brot?/ a) Die Gesundheit, b) der Tod./ Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,/ uns zwischen beiden in der Schwebe.
Als zweites wollen wir die Poltik betrachten. In welcher Lage ist der einzelne Politiker? Wir nehmen dazu Ständerat Pirmin Schwander. Ein Einzelfall, der es wert ist betrachtet zu werden, weil er ein so grosser Ausreisser ist.
Wenn man davon ausgeht, dass man durch Informationen, die jedermann zugänglich waren in der Pandemie wissen konnte, dass die Coronamassnahmen schädlich, unwirksam und kontraproduktiv waren. Wieso gelang es dann nur einem einzigen Politiker (Pirmin Schwander) die Coronamassnahmen-Gesetze im Parlament konsequent abzulehnen? Weil einzig und allein Pirmin Schwander in all den Jahren zuvor (seit 30 Jahren) gelernt hatte, alles kritisch zu hinterfragen, und weil er sich permanent in Opposition befand zu allen möglichen Themen, auch seiner Parteikollegen. Er war sich gewohnt permanent gegen die Mehrheit zu entscheiden, vielleicht nur seinem Gewissen zu folgen und war deshalb in der Lage, den Druck der Mehrheit zu ertragen. Seine Biographie und seine Position im Sozialen prädestinierten ihn dazu. (Vergl. mein Artikel dazu).
Wenn aber in einem System 98% des Personals nicht in der Lage ist seinen Job zu machen (die Kontrolle des Bundesrats) und weder seinen Eid einhält noch im Stande ist, kritisch nachzudenken, und folglich entlassen werden müsste, dann kann das nicht nur das Problem dieses Personals sein. Es muss ein Problem des Gesamt-Systems sein. Doch was sagen uns Freunde der Verfassung oder andere Bürgerrechtsbewegungen? Sie sagen uns, wir sollten andere Politiker wählen. Diese würden es richten. Das ist zwar ebenfalls richtig, dass wir andere Politiker brauchen. Aber es reicht mitnichten. Es kann nur ein Teilaspekt sein. Natürlich müssen wir das gesamte politische System ändern. Genauso wie beim Ärztewesen. Wer eine andere Politik will, der muss das politische System ändern und nicht einfach das Personal auswechseln.
Und genau deshalb müssen wir aufhören dem Parlament Dinge zu übertragen, die es nicht regeln kann, ohne dass es sich korrumpieren lässt.- Denn das Parlament kann die Medizin nicht regeln. Und wenn es das doch versucht, dann muss es zwangsläufig die Lobbys fragen, die es dann beraten. Sobald nun die Ärzte-, die Versicherungs- und die Pharmalobby das Parlament beraten, wollen diese für ihre Dienste etwas bekommen. Und das führt zur Korrumpierung des Systems. Das System in dem wir politisieren setzt die Korruption folglich voraus und schliesst sie nicht aus. Und das ist es, was noch wenige Menschen verstehen: Ein System das systemimmanent korrumpiert ist, kann nicht korrigiert werden. Es kann nur völlig anders aufgebaut werden. Wenn z.B die deutsche Partei die Basis in der Pandemie fordert, dass der Gesundheitsminister ein Arzt sein müsste, dann hat sie genau das überhaupt nicht verstanden. In einem korrumpierten System will niemand einen kompetenten Gesundheitsminister. Warum? Weil sonst gar nichts mehr so funktionieren würde, wie das eigentlich vorgesehen ist. Alle möglichen Prozesse würden blockiert. All die schönen Deals mit den Maskenherstellern, den Ärzten, den Impfstoffherstellern, Versicherern und der WHO würden Flöten gehen und viele Menschen würden einen Haufen Geld verlieren. Folglich darf der Gesundheitsminister nichts anderes als ein williges Werkzeug sein. Es ist kein Unfall, sondern notwendig! Wer folglich das System verändern möchte, der muss wissen wo er hinwill.
Und das kann nur in Richtung Deregulierung des gesamten Gesundheits- und Medizinsystems sein. Schritt für Schritt und je eher desto besser. Wer meint, das ginge nicht, weiss weder etwas von Geschichte, noch kann er sich vorstellen, dass man Organisationen ändern kann. Natürlich geht das. Der Staat hat eben weiter nichts festzulegen, als dass die Möglichkeit besteht sich “freiwillig” (!) versichern zu lassen, für den Fall dass wir mal mehr als eine Erkältung und einen Beinbruch haben. Und diese Versicherungen arbeiten nicht profitorientiert. Das ist ja auch logisch. Genauso wenig wie Stiftungen. Denn um Profit kann es a priori nicht gehen im Gesundheitswesen. Sondern nur um Solidarität. Folglich ist es auch möglich, dass alle sich zu einem vernünftigen Preis versichern können. Das muss nicht staatlich geregelt werden. Das muss nur als Ziel definiert werden. Denn die unmenschliche Kostenaufblähung des Gesundheitssystems in der Schweiz entsteht nicht durch die kranken Menschen, sondern in erster Linie durch die kranken Fehlanreize im System. Es ist genau andersrum. Erst wenn die bestehenden Fehlanreize beseitigt werden, die Medikamentenzulassungen als Spezialitäten, die Tarife, Ärzteboni, Bezahlung unnötiger Technologien, unnötige Untersuchungen und Apparatemedizin, aber auch die Vorschriften an die Pharma, z.b Tierexperimente durchzuführen etc. etc., können überhaupt die richtigen Therapien bezahlt werden. Erst dann können überhaupt die guten von den falschen Ärzten unterschieden werden. Während jetzt alle Preise verfälscht und alle möglichen Leistungen völlig korrumpiert und undurchschaubar sind.
Macht- und Kartellpolitik müssen aufhören, viele Gesetze können sofort abgeschafft werden. Aber wenn man eine solche Analyse nicht leisten will, gibt es eben auch keine Lösung und keine Therapie für das System. Jemand, der keine richtige Analyse des Problems hat ist wie ein Arzt ohne Heilwillen. Er wird den Patienten langfristig nur kränker machen.
Und damit kommen wir zum dritten versprochenen Thema. Der Bildung.
Genauso wenig wie der Staat das Gesundheitswesen regeln kann bis in die Therapien und Beizahlungsvorgänge hinein, genau sowenig hat der Staat die Bildung zu regeln. Bildung ist ein individueller Prozess, der sich zwischen zwei Menschen, -dem Lehrer und dem Schüler abspielt. Was ein Lehrer lehrt, oder was ein Schüler lernt, können nur diese zwei unter sich ausmachen. Es ist für den Staat nicht möglich kollektiv zu entscheiden, was jeder lernen oder lehren soll. Wenn er es doch tut, dann führt dies immer zur Disziplinierung des Schülers im Sinne des Systems, das Bildung kontrolliert, aber selten zu einem gesunden Lernprozess. Denn da alles Lernen auf individueller Zuwendung basiert, kann eine kollektive Organisation niemals wissen, was individuell richtig ist. Nur der Lehrer kann zusammen mit dem Schüler herausfinden, was zu lernen ist. Solange der Staat darauf besteht, das Schulwesen zu gestalten entsteht, ebenso wie im Gesundheitswesen, ein System, das dazu neigt Jahr für Jahr teurer zu werden UND schlechter! Das ist nicht ein besonders guter Leistungsausweis für ein System das in Anspruch nimmt, die Grundfähigkeiten für das Leben in unserer Gesellschaft zu vermitteln. Dass viele Leute dieses System verteidigen ist verständlich, denn viele leben davon. Man muss aber hinsehen was hier eigentlich in den jungen Menschen passiert, wenn man beurteilen will, ob dies erfolgreich ist. Das betonte Steiner auch vor 100 Jahren. Wie gesagt, Dreigliederung bedeutet in erster Linie “hinsehen was geschieht”, nicht ideologisch eine Haltung zu verteidigen.
An einer Staats,- oder Volksschule lernt der durchschnittliche Schüler, weil er vom Lehrer gesagt bekommt, was er lernen soll und dieser weiss es durch staatliche Lehrmittel, die demokratisch legitimiert sein sollen, indem alles von Behördenvertretern überwacht wird-. “Der Schüler weiß: Der Lehrer ist ein Rechtsabhängiger wie ich auch. Wenn ich durchschaue, was der Lehrer von mir hören muss, bekomme ich gute Noten, und dann komme ich vorwärts. Sowohl der Stoff als auch der Lehrer selbst werden Mittel zum Zweck des persönlichen Egoismus.”
Der Schüler ist dem Staat gegenüber in einer ähnlichen Position wie der Lehrer und der Arzt. Er erfährt durch eine übergeordnete Organisation, dass er Dinge lernen soll, um sich in ein Gesamtgefüge einzuordnen. Er lernt nicht wirklich individuell, so wie der Lehrer nicht wirklich individuell unterrichten darf und der Arzt nicht wirklich individuell therapieren darf. Denn der Staat setzt Grenzen und Richtlinien fest, Leitplanken, die seine Freiheit und damit sein Handeln beschränken. Im Geistesleben, zu dem der Bildungsprozess gehört, kann es aber keine Leitplanken und Richtlinien geben, die irgend einen Prozess einschränken. Denn hier ist es die Individualität die der Maßstab für alles Handeln bildet und sonst gar nichts.
Auch hier gilt überdies: Der staatlich approbierte Lehrer wurde durch Gehorsam im selben System diszipliniert, in dem er nun den Schüler zu disziplinieren hat und er ist abhängig von der Erteilung des Lehrerdiploms durch den Staat, also einem Kollektiv. Dieses Kollektiv, gleichgültig ob es sich um Schulbehörden, Technokraten, oder Politiker handelt, kann nicht wissen, wie der Lehrer im Einzelfall zu handeln hat. Deshalb kann es das Handeln des Lehrers auch nicht bestimmen. Wenn sie es aber doch tun, korrumpieren sie den Lernprozess, den Lehrer und den Schüler. Das spüren mehr und mehr Schüler. Deshalb nehmen Heilpädagogen, Schulpsychologen und Schulische Massnahmen Jahr für Jahr zu. Ein deutlicher Hinweis auf die Krankheit des Systems. Sie werden das System aber nicht kurieren können, sondern nur die Symptome abmildern.
In der Lehrerausbildung lernen Lehrer schliesslich unter anderem bestimmte weltanschaulich geprägte Axiome. Diese sind heutzutage ebenfalls meistens von materialistischen Grundannahmen geprägt und setzen philosophisch fragwürdige Grundsätze in die Welt (z.B Konstruktivismus), die häufig destruktiv wirken. Auch hier existiert ein Lobbying durch Bildungsvertreter, Techkonzerne (Microsoft), staatsabhängige Verwaltungsangestellten etc. Sie setzen Dinge durch, oder raten Politikern dazu, von denen sie profitieren und nicht die Kinder, auch wenn sie das gut verschleiern. Dazu kommt: Der Lehrer selbst ist nicht frei. Auch wenn er das denkt. Seine Loyalität gilt dem Staat und zwar vor den Kindern. Wenn er sich nicht systemkonform verhält wird er diszipliniert. Genauso wie der Arzt, der Jurist, oder der Polizist.
Folglich muss auch der Lehrer in völliger Freiheit von staatlichen Vorgaben, und nicht vom Staat bezahlt, unterrichten können. Auch das ist möglich und in der Gestalt von Privatschulen vielfach realisiert. Es ist organisierbar. Wie, ist häufig schon Gegenstand dieser Artikel gewesen und wird es weiterhin sein. Vor allem auch an Unis ist es zentral, dass diese Gedanken breiter diskutiert werden. Denn dort entsteht Wissen und wird es geprägt. Deshalb war eine der Ideen Rudolf Steiners ein Weltschulverein, der Geld sammelt für freie Bildungseinrichtungen. Eine Idee, die nach wie vor aktuell ist. Wir sehen: Die Dreigliederung ist aktuell wie weniges. Und vor allem gilt: Ohne Dreigliederung keine richtige Analyse der Notwendigkeiten der nächsten Zukunft!



Danke dir. Guter Punkt.
Liebe Seraina, vielen Dank für deine konstruktive Kritik. Mit dieser Frage ringe ich ebenfalls. Herzlich Istvan